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Pfarrkirche Thörl |
| Entstehung
| | Am 1. September 1959 kam Josef Koch als Kaplan nach Aflenz Kurort. Er bekam den Auftrag, den Kirchenbau und die Pfarrgründung von Thörl vorzubereiten. Seit 1469 diente die Barbarakapelle im Schloss als Messkirche, doch durch den raschen Bevölkerungszuwachs seit dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zu klein.
Am 31. Oktober 1959 konnte Kaplan Josef Koch bereits in den neuerrichteten Pfarrhof einziehen. Einige Monate danach beschloss der Pfarrkirchenrat, eine neue Kirche zu bauen. Der Planungsauftrag ging an den Architekten DI Kurt Weber Mzell. Bald nach der bischöflichen Visitation am 24. Juni1961 wurde Thörl zur Expositur erhoben und das zukünfzige Pfarrgebiet festgelegt. Es umfasst neben der Marktgemeinde Thörl (außer Zöbriach) noch die beiden Gemeinden Etmißl und St. Ilgen mit je einer eigenen Kirche. Die Grundsteinlegung für den Kirchenbau erfolgte am 7. Oktober 1962. Nach knapp zweijähriger Bauzeit wurde die Kirche am 21. Juni 1964 vom damaligen Diözesanbischof Dr. Josef Schoiswohl der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht und die Expositur zur Pfarre erhoben.
|  |  |  | Die Kirche
| Der Architekt schuf mit der Thörler Kirche einen modernen Sakralbau. Er verwendete die für diese Zeit typischen Materialien Sichtbeton, Industrieglas, Eisen und Asphalt, doch wurden auch Holz und Ziegel betont eingesetzt. Die Gestalt der Kirche ist der Form eines Zeltes angelehnt, die Kirche wurde hier als Zelt Gottes aufgefasst. Die das Kirchendach tragenden Stahlseile ermöglichten diese Form. Die Nüchternheit der Materialien erhielt in der betonten Farbigkeit der drei großen Fenster ihr Gegengewicht. Das Schöpfungsfenster und das Fenster des Heiligen Geistes wurden von Werner Augustiner entworfen. Das Fenster in der Taufkapelle entwarf DI Franz Kölldorfer. Oberhalb des Einganges befindet sich noch ein farbiges Kreuzfenster. Von großer künstlerischer Bedeutung sind die von Prof. Hans Fronius als Glasmalerei geschaffenen Kreuzwegstationen. Im Altarraum befindet sich noch das Altarkreuz mit einem Korpus von Prof. Alexander Silveri.
|  |  |  | Der Kreuzweg
| | Für die Gestaltung des Kreuzweges konnte Pfarrer Josef Koch den bekannten steirischen Künstler Prof. Hans Fronius gewinnen. Er schuf einen einmaligen Kreuzweg. Die vierzehn Stationen wurden auf verschiedenfärbigen Glastafeln gemalt. Prof. Fronius verwendete französisches Kathedralglas, das er mit Schwarzlot bearbeitete. Die Darstellung der Ereignisse sind reduziert und sparsam. Der Maler kann und will nur andeuten, nicht ausdeuten.
Der Kreuzweg befindet sich in der großen sonst gestaltlosen Ostwand.In schießschartenartigen Öffnungen sind die 30x20cm großen Glastafeln in unterschiedlicher Höhe im Hoch- und Querformat eingemauert, dass die bemalte Seite dem Kircheninneren zugewandt ist. Das unterschiedlich einfallende Licht lässt dem Betrachter den Kreuzweg immer neu erleben. Der Kreuzweg von Prof. Hans Fronius ist und bleibt eine Herausforderung und gibt der Kirche einen künstlerischen Wert.
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