Menureiter
PFARRVERBAND STAINZ BAD GAMS
PFARRE STAINZ
Gemeinsam für die Pfarre
Wir sind da...
Pfarrgemeinderat
Jungschar
Ministranten
Pfarrcaritas
Gebetskreis
Legio Maria
KFB
KMB
Sakramente
Ehesakrament
Gottesdienste aktuell
Erntedank 2011
Begrüßung des neuen Pfarrers Mag. Juchno
Pfarrfest 2011
Goldenes Priesterjubiläum und Abschied
Abschlusswanderung mit Pfarrer Swiderski
Rückblick 2008
Rückblick 2009
Ministrantenaufnahme
Erstkommunion 2010
Jungscharwochenende - 17 -18. Juli 2010
Glaubenstage
Bayernreise 2010
Pfarrfest 2010
Begegnung der Pfarrgemeinderäte
Firmung 2011
Sternsingeraktion 2011
PGR Ausflug nach Hartberg
Dekanat
Dekanat
Pfarre Stainz
Festmesse Erzherzog Johann am 16. Mai 2009

16. Mai 2009, Stainz

Predigt zum 150. Todestag v. Erzherzog Johann von Pfarrer Mag. Matthias Keil

Für den 16. Mai steht im kirchlichen Kalender der Gedenktag eines heiligen mit Namen Johann. Es ist Johannes Nepomuk, der Brückenheilige, der mit einem Heiligenschein mit fünf Sternen dargestellt wird. Dieser Heilige ist allerdings nicht der Namenspatron von Erzherzog Johann. Erzherzog Johann ist in Florenz zur Welt gekommen. Der Schutzheilige von Florenz ist der hl. Johannes der Täufer und nach ihm ist auch das 13. Kind des damaligen Großherzoges der Toskana, des spätere Kaisers Leopold II. und seiner Frau Maria Ludovika benannt.

Erzherzog Johann ist mein Urururgroßvater, nachdem meine Mutter, die manchen Stainzern bekannt sein wird, da sie ja hier aufgewachsen ist, die Ururenkelin des Erzherzogs ist.

Da Erzherzog Johann schon vor 150 Jahren gestorben ist, also zeitlich doch schon recht weit zurück liegt, ist er für mich zunächst eher eine historische Persönlichkeit, die mir in Denkmälern (Statue am Hauptplatz) Gedenktafeln, und Bildern entgegentritt. Wenn ich vor einem solchen „Bildnis“ stehe und mir dann sage: „Das ist Dein Urururgroßvater!“, dann erfasst mich regelmäßig ein gewisses Staunen und ich kann´s zuerst oft gar nicht recht glauben.Das heurige Gedenkjahr nehme ich zum Anlass,mich intensiver mit Erzherzog Johann, meinem Urururgroßvater zu beschäftigen, um ihn besser kennenzulernen und ihm sozusagen über die Generationen hinweg die Hand zu reichen.

Wenn ich hier in der Kirche von ihm spreche, dann nicht, um seine vielen Gründungen und Werke zu nennen. Es besteht bei ihm ja ohnehin stets die Gefahr, seine Biografie zu einer Geschichte seiner Gründungen und Institutionen zu machen.

Es geht mir vielmehr darum, mit ihnen gemeinsam zu schauen, inwieferne das Evangelium in seinem Leben sichtbar wird, inwieferne er es gelebt hat.

Ich möchte aus Erzherzog Johann jetzt keinen Heiligen machen, aber bei der Beschäftigung mit ihm ist mir doch aufgefallen, dass er ein Mensch war, für den der Glaube eine wesentliche Rolle gespielt hat und dass dieser sein Glaube in gewissem Sinne einer der wichtigsten Motoren und Antriebskräfte seines Denkens und Tuns gewesen ist.

In der Stainzer Kirche hat er regelmäßig die Gottesdienste mitgefeiert und als Patronatsherr ist er wohl sehr sorgfältig seinen Verpflichtungen für die Stainzer Pfarrgemeinde nachgekommen.

Erzherzog Johann und sein Glaube, davon habe wir heute in einem Referat schon viel gehört. Ich möchte noch einige Blitzlichter nennen, die mir anhand einiger Zitate ins Auge gesprungen sind.

Fangen wir bei seiner Nani, bei Anna Plochl an. Im Jahr 1811 vertraut der 29ig jährige Erzherzog seinem Tagebuch an: „Ein Wesen möchte ich, welches mir als Mensch und nicht als Fürst zugetan… leider hindern meine Verhältnisse, ein Band wie alle anderen Menschen zu knüpfen.“ Am Rande dieser Tagebucheintragung fügt Erzherzog Johann im Jahre 1839 folgendes hinzu: „Das glaubte ich damals, aber die folgende Zeit … ließ mich endlich die Möglichkeit finden und den wahren Weg einschlagen, wunderbar wurde ich dazu geführt, nach gesammelten Erfahrungen wurde mir Licht - das kann kein Mensch durch sich selbst, das ist eine Erbarmung Gottes.“ Tagebuch, 3.8.1811

Und ein an anderer Stelle schreibt er: (Brandhofer, 199): Gott hat sie (Anna) mir gegeben, wunderbar durch sie mich auf den wahren Weg gebracht.

Der Erzherzog vermag also in den Begebenheiten und Ereignissen des Lebens die Fügungen Gottes zu erkennen.

Erzherzog Johann hatte seinen ersten Wohnsitz in Vordernberg. Im Jahr 1823 hat er dort mit großer Freude seine zukünftige Frau empfangen und in sein Haus aufgenommen. Mit Freude will er ihr alles zeigen. In diesem Zusammenhang ist ihm der sonntägliche Kirchgang ganz wichtig. Er schreibt: „Sonntag darauf gehen wir um 7 Uhr in die Kirche mit Freundin Paball. Erst dann, wenn wir mit Gott angefangen, werde ich meine Übergabe beginnen und ihr (Anna) zeigen, dass ich alles so sorgfältig geordnet, damit sie es leicht hat.

Sonntag war für ihn also Tag des Herrn und wichtige Neubeginne hat er wohl auch sonst in die Hände Gottes gelegt.

Dass er es sich nicht nehmen ließ, beim Bau der Hauskapelle am Brandhof als einfacher Maurer mitzuarbeiten, das haben wir heute schon einmal gehört, dazu muss ich nicht mehr viel sagen.

Eine besondere Nähe zu Gott hat Erzherzog Johann wohl auch in der Natur gespürt und erfahren. Er berichtet von einer solchen Erfahrung, als er einmal vom Brandhof auf die Graualm ging. (Pickl, 1982, 237: „Oben (auf der Starizen/Graualm) war mir so wohl, ich hörte den lustigen Gesang der Ringamseln, ober mir der Himmel unter mir die Erde, eine Ruhe über das Ganze, ich fühlte mich frei als Mensch, wiedergegeben meinen Bergen, mein Herz zu Gott gewendet. Er, dem nichts verborgen ist, hat gelesen mehr als ich es selbst weiss und ausdrücken kann, was ich gefühlet, was ich gedacht.“ 15. Mai 1850. In solchen erhabenen Augenblicken sagt er, dass er sein Herz zu Gott gewendet hatte.

Die Natur war ihm aber auch häufig ein Bild, ein Vergleich für Wirklichkeiten des Glaubens. Im Jahre 1857, also im Alter von 75 Jahren und 2 Jahre vor seinem Tod hält er fest: (Pickl, 1982; 239) „Ich hatte einen herrlichen Sonnenaufgang gesehen, das ist etwas anderes als Theater, Gesellschaften, englische Reiter etc. da zeiget der Herr seine Herrlichkeit, seine Güte, die Strahlen der Sonne verscheuchen die dunkle Nacht, die Kälte weichet der belebenden Wärme, so wird es am Ende der Tage sein, da wird die Nacht des Grabes einem ewigen Tage weichen, den die Herrlichkeit Gottes beleben wird.“ (21. April 1857) Ich denke, es ist etwas sehr schönes, wenn die Natur so durchsichtig wird für das Evangelium, und wenn, so wie Erzherzog Johann, jemand einen Blick für solche Zusammenhänge hat.

Neben den konkreten Erfahrungen des Lebens, in denen er die Fügungen Gottes zu erkennen meinte, neben der Natur, die ihm in vielfacher Weise ein Verweis auf Gottes Größe und Güte war, neben den Gottesdiensten und persönlichen Gebeten, von denen er auch erzählt, war es aber vor allem sein Tun, sein Leben, das vom Geist des Evangelium durchtränkt war. Im heutigen Evangelium haben wir das Wort gehört: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Freunde hingibt.“

Für genau diese Einstellung aber, für genau diese Grundhaltung ist der Erzherzog ein lebendiges Beispiel. Viktor von Geramb, Privatsekretär des Sohnes von Erzherzog Johann, hatte Zugang zu den Tagebüchern und Briefwechseln des Erzherzogs und war daher ein profunder Kenner seines Lebens und Wirkens. Als Überschrift für sein Erzherzog Johann Buch hat er als Titel gewählt: „Ein Leben für die anderen“. Damit hat er wohl auf den Punkt gebracht, was hinter der Vielzahl an Gründungen und Werken steht. (Pickl, 1982; 23): „Tätig zu sein ist unsere Bestimmung“, schreibt Erzherzog Johann einmal. Aber dieses tätig sein entsprang bei ihm nicht einem Prestige- oder Machtstreben, sondern er sah es als eine dienende Verpflichtung der Allgemeinheit gegenüber an. Hier ist Erzherzog Johann ganz auf der Linie des Evangeliums.

In Stainz war Erzherzog Johann Grundherr, später Bürgermeister, vielen Nachbar und wohl auch Freund. Wenn wir heute in der Kirche von Stainz an Erzherzog Johann denken, dann wollen wir nicht vergessen, dass er oft hier in dieser Kirche den Gottesdienst mitgefeiert hat.

Mit ihnen wollte ich auf den Glauben des Erzherzogs schauen, und ich denke, da wird bei genauerem Hinschauen doch einiges sichtbar, wovon sonst eher wenig die Rede ist, was einfach nicht so ins Blickfeld kommt, aber doch auch dem innersten Wesen von Erzherzog Johann, aber auch mit seiner äußeren Wirksamkeit sehr viel zu tun hat.

Im heurigen Jahr wird meinem Urururgroßvater in zahlreichen Gedenkfeiern für seine verschiedensten Verdienste gedankt. Wir wollen ihm heute hier in der Kirche auch danken: für das Zeugnis seines christlichen Lebens! Eine Überschrift der Kleinen Zeitung hat letztens gelautet: Erzherzog Johann, ein Glücksfall für die Steiermark. Hier, an diesem Ort, dürfen wir ruhig auch sagen, Erzherzog Johann, ein Segen für die Steiermark! So wollen wir unseren Dank auch an Gott richten, dass ER unser Land mit einer solchen Persönlichkeit gesegnet hat. Amen



© 2004 Dekanat Deutschlandsberg
bzw. die jeweilige Pfarre