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Pfarre Stainz
KATHARINA VON ALEXANDRIA

Gedenktag katholisch: 25. November 

Gedenktag evangelisch: 25. November 

Gedenktag anglikanisch: 25. November 

Gedenktag orthodox: 25. November 

Name bedeutet: die Reine (griech.)

 
 

Märtyrerin, Nothelferin
* in Zypern (?)
+ 306 (?) in Alexandria

Katharina ist eine legendäre Gestalt, sie wird erst ab dem 10. Jahrhundert erwähnt. In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und Wesenszüge der heidnischen Gelehrten Hypatia, die 415 durch Cyrill von Alexandria getötet worden war.

Der Legende nach war Katharina die Tochter des Königs Costus von Zypern. Als der Sohn des Kaisers die schöne, hochgebildete und unermeßlich reiche Frau heiraten wollte, sah diese in einem Spiegel, dass ihr der Bewerber nicht an Adel, Schönheit, Reichtum und Weisheit entspreche. Auch andere Männer wies sie stolz ab. Ein Einsiedler wies sie auf Christus als den richtigen Bräutigam hin. Sie ließ sich taufen und erlebte in einer Vision, wie das Jesus ihr den Verlobungsring an den Finger steckte.

Katharina reiste nach Alexandria. Als der römische Kaiser Maxentius während eines Militärzugs in die Stadt heidnische Opfer auch von den Christen verlangte, intervenierte sie und fragte, warum der Kaiser nicht seinem Aberglaube abschwöre und sich zu Christus bekenne. Der Kaiser verlangte auch von ihr das Götzenopfer; Katharina weigerte sich und bestand darauf, ihr Recht und ihre besseren Argumente in einer Diskussion zu beweisen. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein, die aber allesamt gegen die kluge Argumentation Katharinas die Waffen strecken mussten und sich selbst taufen ließen; dafür wurden sie vom wütenden Kaiser verbrannt. Nun bot er selbst Katharina die Ehe an; sie weigerte sich, worauf der Kaiser ihr die Kleider vom Leib riss; er ließ sie mit bleikugelbesetzten Geißeln ausgepeitschen und ins Gefängnis werfen. Im Kerker brachte ihr eine weiße Taube Nahrung, ein Engel tröstete sie, worauf die Wachmannschaft sich bekehrte.

Schließlich sollte Katharina gerädert und gevierteilt werden, doch die Räder brachen und töteten statt dessen die Folterer. Dieses Wunder brachte das Volk, die Garde und die Kaiserin auf ihre Seite. Als seine eigene Frau ein Bekenntnis an die Macht des Christengottes ablegte, ließ der Kaiser Katharinas Brüste abreißen und die seine ganze von ihr bekehrte Garde umbringen. Wenig später ließ er Katharina enthaupten, doch aus ihrer Halswunde strömte kein Blut, sondern Milch; Engel ergriffen ihren Leib und entführten sie auf den Berg Sinai, wo deshalb das Katharinenkloster entstand.

Katharina ist eine der Vierzehn Nothelfer. Am "Kathrein-Tag" endete früher die Zeit des Viehs auf der freien Weide und begann die Schafschur, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt. Ab dem Katharina-Tag durfte früher im alpenländischen Raum zur Vorbereitung auf Weihnachten und noch bis zur Fastnacht nicht getanzt werden: "Kathrein stellt den Tanz ein." Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina nach Maria die meistverehrte Heilige. Die Schneiderinnen in Pariser Modehäusern heißen bis heute nach ihr "Cathérinettes". 1969 wurde ihr Tag als Feiertag aus dem römischen Kalender gestrichen.

Attribute: zerbrochenes Rad, Buch, Krone 
Patronin der Kantone Wallis und Sitten, der Stadt Fribourg; der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen; der Hochschulen und Bibliotheken; der Philosophen, Theologen und Gelehrten, Lehrer und Studenten, der Redner; der Krankenhäuser; der Wagner, Müller, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Schuhmacher, Frisöre, Näherinnen, Anwälte und Notare, und aller Berufe, die mit Rädern zu tun haben; der Feldfrüchte; bei Migräne und Krankheiten der Zunge; für die Auffindung Ertrunkener 

Bauernregel:  "Wie St. Kathrein / wird's Neujahr sein."
"Wie's um Katharina, trüb oder rein, / wird auch der nächste Februar sein."
"Wie dieser Tage an Kathrein, / solch Wetter wird im Jänner sein."
"Schafft Katharina vor Frost sich Schutz, / so wartet draußen lange Schmutz."

AUGUSTINUS
 

Gedenktag katholisch: 28. August

Gedenktag evangelisch: 28. August 

Gedenktag anglikanisch: 28. August

Gedenktag orthodox: 15. Juni 

Name bedeutet: der Erhabene (latein.)

 
 

Bischof von Hippo Regius, Kirchenvater
* 13. November 354 in Thagaste in Numidien, dem heutigen Souk-Ahras in Algerien
+ 28. August 430 in Hippo Regius in Numidien, dem späteren Bône und heutigen Annaba in Algerien

Augustinus' Vater Patricius blieb bis kurz vor seinem Tod Anhänger des römischen Götterglaubens, seine Mutter Monika war Christin. Die Familie war nicht begütert, studieren konnte Augustinus, weil ein Gönner ihm die Ausbildung in den freien Künsten Grammatik, Dialektik, Rhetorik und Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik ermöglichte. Als er 16 Jahre alt war, musste er aus Geldmangel sein Studium abbrechen; er kehrte nach Hause zurück und schloss sich einer Straßenbande an. Ein Jahr später konnte er in Karthago - dem heutigen Tunis - ein Jurastudium beginnen und mit Erfolg absolvieren. Von einem unbekannten Mädchen, mit der er auch die kommenden Jahre ein Verhältnis behielt, bekam er einen Sohn mit Namen Adeodatus.

Für die strenge Religion seiner Mutter empfand Augustinus zunehmend Verachtung. Er las zwar als Literat auch die Bibel, fühlte sich aber von ihrer ungelehrten Sprache abgestoßen. Stattdessen faszinierte ihn eine geistig-religiöse Strömung, die dem Christentum schwer zu schaffen machte: der damals noch junge, moderne Manichäismus, der eine strenge Teilung der Welt in Gut und Böse lehrte.

Augustinus war 13 Jahre lang als erfolgreicher Professor für Rhetorik in seiner Heimatstadt Thagaste in Nordafrika tätig, kam dann über die Zwischenstation Rom 384 nach Mailand - damals Hauptstadt des römischen Reiches - um auch dort als Hochschullehrer zu arbeiten. Hier wandelte sich sein Leben: Seine ihm besorgt nachgereiste Mutter machte ihren christlichen Einfluss geltend; sie überredete ihn, die Beziehung zu seiner Geliebten abzubrechen; außerdem geriet er zunehmend in den Bann von Erzbischof Ambrosius.

Eine Biografie über den Mönchsvater Antonius faszinierte Augustinus. Schließlich geschah es der Überlieferung nach, dass er in einem Moment tiefer innerer Zerrissenheit - unter einem Feigenbaum liegend - eine Kinderstimme hörte: "Nimm und lies ..." Er ergriff die Bibel und stieß auf den Satz: "Lasset uns ehrbar wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Buhlereien und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht, sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht so, dass Begierden erwachen!" (Römerbrief 13, 13 - 14).

Augustinus zog sich aus seinem Beruf zurück, ließ sich in der Osternacht 387 taufen, kehrte nach Thagaste zurück, verkaufte sein Vermögen und lebte für drei Jahre mit Gleichgesinnten in klosterähnlicher Weise. 391 wurde er zum Priester geweiht, 395 wurde er Bischof von Hippo Regius. Er war ein begeisternder Prediger, bekämpfte scharf alle abweichenden Lehren, hatte Einfluss weit über seine Diözese hinaus und wurde zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Auf dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit dem gemeinsamen Leben vor seiner Priesterweihe verfasste er für das Frauenkloster seiner Stadt eine Regel; daraus entstanden dann die Regeln für die sich in den kommenden Jahrhunderten weit verbreitenden Zweige des Augustinerordens.

Augustinus war einer der größten Theologen der Kirchengeschichte. In der geistigen Auseinandersetzung mit den philosophischen und religiösen Strömungen seiner Zeit entwickelte Augustinus seine Lehren von der Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Souveränität und der Prädestination, die über Jahrhunderte bis ins hohe Mittelalter die katholische Theologie, dann auch die Reformation beeinflussten. Er kämpfte gegen Manichäismus, Donatismus und Pelagianismus. Überliefert sind fast 1.000 seiner Predigten, 113 Bücher, dazu 218 Briefe.

Augustinus' bekanntestes Werk sind die autobiographischen "Confessiones", "Bekenntnisse", geschrieben um 400, in denen er sein frühes Leben und seine Bekehrung beschrieb; eine Stelle, in der seine feurige Gottesliebe zum Ausdruck kommt, wurde später zum Attribut eines flammenden Herzens, das ihn in den Darstellungen von Ambrosius unterscheidet. In seiner großen christlichen Apologie "De civitate Dei" - "Gottesstaat", entstanden 413 - 426, legte er seine theologisch begründete Geschichtsphilosophie dar. Weitere Werke: "De libero arbitrio" - "Über den freien Willen" (389 - 395), "De doctrina christiana" - "Über die Christliche Lehre" (397 - 428), "De baptismo, contra donatistas" - "Über die Taufe, gegen die Donatisten" (400 - 401), "De trinitate" - "Über die Dreieinigkeit Gottes" (400 - 416) und "De natura et gratia" - "Über Natur und Gnade" (415).

Eine der zahlreichen Legenden erzählt, wie Augustinus am Ufer des Meeres wandelnd und in tiefes Nachdenken versunken einen kleinen Knaben sah, der mit einem Löffel Wasser schöpfte und in eine Sandgrube goß. Befragt, was er tue, antwortete das Kind: "Dasselbe, was du tust! Du willst die Unergründlichkeit Gottes mit deinen Gedanken ausschöpfen - ich versuche, das Meer auszuschöpfen!"

Während der Belagerung seiner Stadt durch die Vandalen erkrankte Augustinus an einem Fieber. Er wollte nicht sterben, ohne vorher gründlich Buße getan zu haben. Teil dieser Buße war, keinen Besuch mehr zu empfangen, eine Ausnahme machte er nur für seinen Arzt und für die Diener, die ihm das Essen brachten. Er ließ sich die Bußpsalmen auf Pergament abschreiben und an die Wand nageln; niemand konnte ihn bei seiner ununterbrochenen Lektüre stören. Schließlich starb er, ohne die Sterbesakramente empfangen zu haben, denn auch kein Priester durfte sein Zimmer betreten.

Augustinus' Gebeine wurden im 8. Jahrhundert von den Langobarden nach Pavia gebracht. Er trägt die Ehrennamen "Kirchenvater"  und "Kämpfer gegen Irrlehren".

Attribute: Buch, flammendes Herz, Engel, wasserschöpfendes Kind 
Patron der Theologen, Buchdrucker und Bierbrauer; für gute Augen 
Bauernregel: "Um die Zeit von Augustin / gehn die warmen Tage hin."
 

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