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Geschichte der Pfarre Lieboch

Den mehr oder weniger regelmäßigen Kirchenbesuchern ist es sicher schon aufgefallen: Seit Sommer 2001 hängen bei den Kircheingängen Informationstafeln, die einen kurzen geschichtlichen Einblick in die Pfarre und das Kirchengebäude geben. Da diese Informationen auch für den einen oder anderen der sich selten in die Kirche verirrt interessant sind, möchten wir Ihnen das alte bis 1965 bestehende Kirchengebäude näher bringen:

DIE PFARRE

Das Gebiet der heutigen Pfarre Lieboch war seit jeher der Mutterpfarre Mooskirchen einverleibt. Nach erfolglosen Anstrengungen seit Beginn des 18. Jahrhunderts gelang es schließlich im Zuge der Josephinischen Pfarrgründungen Lieboch als selbständige Seelsorgeeinheit (Lokalkaplanei) von Mooskirchen abzutrennen. Die Gründe für die am 18. Juni 1785 verlautbarte Genehmigung waren oftmalige Überschwemmungen des Fußweges nach Mooskirchen, sowie die Bereitschaft der Liebocher Bürger für alle Auslagen zur Errichtung von Kirche, Pfarrhof und Schule selbst aufzukommen. Lieboch behielt den kirchenrechtlichen Status einer Lokalkaplanei bis zur Pfarrerhebung im Jahre 1892.

DAS ALTE KIRCHENGEBÄUDE

 
Das ursprüngliche Gebäude wurde um 1636 erbaut und diente seit 1695 als Wohnsitz für kleine zu Wohlstand gekommene Adelsfamilien. Auf Betreiben des damaligen Besitzers Herrn Andre de Pretti wurde das Anwesen im Jahre 1731 von allen grundherrschaftlichen Verpflichtungen befreit und ist damit endgültig zum Adelssitz geworden. Wohl in dieser Zeit wurde neben dem Wohngebäude eine Hauskapelle errichtet, die bis 1786 bestand. In diesem Jahr wurde durch Schenkung des damaligen Besitzers Johann Höller aus dem Wohnhaus der Pfarrhof und aus dem Wirtschaftsgebäude und der Kapelle die erste geweihte Kirche von Lieboch. Die Einweihung der dem heiligen Franz Xaver gewidmeten Kirche durch den Hitzendorfer Pfarrer erfolgte am 3. Dezember 1786.

Walter Plaschzug


Das alte Kirchgebäude

Graz-Seckau

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