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Pfarre Leutschach
Zur Geschichte

Um 1170...

Aus der Epoche der Frühchristianisierung gibt es bei uns nur wenige Spuren. Erst nach dem Zerfall des Römischen Reiches setzte sowohl von Westen als auch aus dem Süden eine regelmäßige Christianisierung ein, die in der Leutschacher Gegend wahrscheinlich sehr spät begann.
Leutschach, an einer wichtigen Straßenkreuzung gelegen, entwickelte sich zu einem Kirchort mit großem Hinterland.
So wurde die Pfarre Leutschach um 1170 aus der Mutterpfarre St. Martin in Leibnitz verselbständigt.

Diese Seite befindet sich im Aufbau. Die geschichtlichen Texte werden in den nächsten Tagen einfließen. Wir bitten um ein wenig Geduld -
Kurt Hemmer



1250 wird Herr GURMANN als Pfarrherr von Leutschach genannt

Dieses erste gesicherte Zeugnis einer eigenen Pfarre nehmen wir auch zum Anlass, dass im Jahr 2000 das 750-jährige Bestehen der Pfarre gefeiert wurde.
Über die ersten Jahrhunderte der Pfarre kann wenig gesagt werden; vieles liegt im Dunkeln. Wo stand die Kirche, wie sah sie aus und vor allem: woher stammt der Stein des Taufbeckens? Er ist ein umgedrehtes romanisches Kapitell, auf dem ein zweiter Stein in gotischem Stil als Taufbecken aufgesetzt wurde.
1427 wurde von Papst Martin V. ein dreijähriger Ablass gewährt. Er konnte allen Kirchenbesuchern, auch jenen aus anderen Pfarren, zuteil werden und sollte wahrscheinlich der Kirchenrenovierung dienen. Man darf annehmen, dass auch die Leutschacher Pfarre diese Möglichkeit ausschöpfte und so den Bau der Pfarrkirche mitfinanzierte.


Sprengel und "Springer"

Bevor  Leutschach eine selbstständige Pfarre wurde, gehörte das ganze Gebiet zur Pfarre Leibnitz, welche Bestandteil des Erzbistums Salzburg war. Diese wurde 1218 von Salzburg getrennt und dem Bistum Seckau einverleibt.
Der Leutschacher Seelsorgesprengel umfasste damals Leutschach, Eichberg-Trautenburg, Kranach, Fötschach, Glanz und Pößnitz nördlich des Pößnitztales und südlich die Gemeinden Schloßberg, Großwalz und Remschnigg. Dieser große Sprengel machte es notwendig, schon um 1300 einen eigenen Kaplan zur Unterstützung des Pfarrers einzustellen, weil die Pfarre Leutschach bald durch die Gebiete um den Osterberg (Hl. Geist) und Kappel erweitert wurde.

Um 1600 siedelte sich auf dem Osterberg eine Sekte an, die sich Springer nannte. Bei ihren Gottesdiensten tanzten und sprangen sie um ein Feuer. Auf der Bergspitze errichteten sie eine kleine Kirche die nach der Vertreibung zerstört wurde.


erste Renovierung

Die erste gründliche Renovierung der Pfarrkirche ist aus der Zeit des Pfarrers Peter Ignatz Matusch (1652 - 1664) bekannt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Familie Freiherr von Jabornig Besitzer von Schmierenberg. Sie baute auf dem Osterberg wieder eine eigene Kirche, die als Filialkirche von Leutschach betreut wurde.
Im Zuge der "Josephinischen Reformen" (Kaiser Josef II. 1780- 1790) wurde die Kirche in Hl. Geist eine selbständige Pfarre, da "kein Christenmensch länger als eine Stunde Weges zum Gottesdienst zu gehen habe.


Leutschach als Dekanat

Nach eben diesen Reformen des Kaisers wurde Leutschach 1786 zu einem eigenen Dekanat. Dazu gehörten damals die Pfarren Arnfels, St. Johann, Klein, Eibiswald, Witschein, St. Georgen bei Witschein,  Hl. Geist, Kappel, St. Lorenzen, St. Oswald am Krumbach und         St. Ulrich im Greith.
Erster Dechant von Leutschach war Simon Trawas, ein gebürtiger Leutschacher, der auch Pfarrer von Leutschach war (1776 - 1789).
Besonders hervorzuheben ist der zweite Dechant. Johann Michael Krofitsch (1790 - 1821), gleichfalls in Leutschach geboren. Er hatte 1816 die Kirche nicht nur einer Generalsanierung unterzogen, sondern dieselbe auch erweitern lassen, da sie schon längst zu klein war. Neben seinem Priesteramt hatte er noch Zeit für die Mathematik und die Architektur. Er schuf eine astronomische Uhr die heute als eines der wertvollsten Stücke des Wiener Uhrenmuseums gilt. Mit Dechant Peter Reiter (1953 - 1976) endete das Dekanat Leutschach. Es wurde dem Dekanat Leibnitz eingegliedert.


Renovierung und Umbau

Um 1900 musste die Pfarrkirche wieder saniert werden, doch entschied man sich für eine radikalere Lösung. Die alte Kirche wurde abgetragen und eine neue gebaut. Nur die ersten Stockwerke des Turmes blieben stehen und wurden um zwei Etagen erhöht. Es wurde 1901 ein Kirchenbauverein gegründet, welcher den Kirchenfond verwalten sollte. Die Brüder Anton und Joseph Hartnagel widmeten ihr ganzes Vermögen dem Kirchenbau. 1908 fand nach den Plänen des Grazer Architekten Johann Pascher die Grundsteinlegung statt. Die neue Kirche wurde am 29. April 1911 von Fürstbischof Dr. Leopold Schuster geweiht. Dass der Kirchenbau so zügig voranging war auch dem "Baupolier", dem Leutschacher Maurer- und Zimmermeister Josef Paulitsch zu verdanken. Zur 500-Jahrfeier des Marktes Leutschach 1959 und in den Jahren 1972 - 1979 wurden die Pfarrkirche und der Pfarrhof wieder renoviert. Im Jubiläumsjahr 2000 wurde die letzte Generalsanierung abgeschlossen


Hohenegg

1846 wurde der Grundstein zur jetzigen Kapelle gelegt und 1848 wurde sie der Gottesmutter geweiht. Von früheren Baulichkeiten ist nichts bekannt. Diese Kapelle, die von allen Seiten gut zu sehen ist, ist vor allem für die Gläubigen der Gegend ein beliebter Wallfahrtsort. Besonders am "Hoheneggsonntag", dem ersten Julisonntag, zieht eine Prozession hinauf um zu beten und den Gottesdienst zu feiern. Ein besonderer Stolz der Spender und des "Glockenkomitees" waren die Glocken von Hohenegg. 1927 wurde schriftlich festgehalten, dass die  Pfarrkirche von Leutschach kein Verfügungsrecht über die Glocken von Hohenegg hat. Als dann im Jahre 1942 die Glocken von Leutschach "einrücken mussten, wurden der Pfarre die Glocken von Hohenegg geborgt. Weil diese nur  aus Eisen und nicht aus Bronze waren, blieb ihnen der Kriegsdienst erspart. Ein liebenswerter und wahrscheinlich absichtlicher "Irrtum". Die ausgeliehenen Glocken kehrten nach dem Kriege wieder nach Hohenegg zurück.


Graz-Seckau

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