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Steirische Umwelt-Pfarrgemeinderäte wollen Pfarrfeste als Visitenkarte für „natürliches Feiern“


Der Mensch ist für die Schöpfung verantwortlich, er darf sie nicht „ausbeuten". Die Kirche bemüht sich, Vorbild zu sein. In der Steiermark gibt es bereits rund 150 Umwelt-Pfarrgemeinderäte, Frauen und Männer, die sich dieser Aufgabe in der Pfarre widmen. Bei ihrem Treffen im Exerzitienhaus der Barmherzigen Schwestern in Graz hatten sich, zur Freude der diözesanen Umweltbeauftragten Mag. Hemma Opis-Pieber, erfreulich viele, darunter auch nicht wenige neue eingefunden. Schwerpunkt war der so wertvolle Austausch von Informationen und praktischen Erfahrungen.
Gerrit Obermayr, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion, dankte den Umwelt-Pfarrgemeinderäten für ihren mitunter sehr schwierigen Einsatz: „Wir sind den kommenden Generationen verpflichtet!" Es gehe um kleine Schritte.
Aufgabe der unermüdlich tätigen Umwelt-Pfarrgemeinderäte, die oft Motor für Entwicklung sind, ist es, das Leben in der Gemeinde mitzugestalten als pfarrliche Ansprechpartner für andere Arbeitskreise und Gruppen, ebenso für Umweltinitiativen im Ort und für die Umweltbeauftragte. Durch Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen, durch kirchliche Jugendarbeit und Erwachsenenbildung motivieren sie zu umweltbewusstem Handeln im Alltag. Das praktische Umsetzen zählt, ob es sich um Bau- und Renovierungsmaßnahmen handelt, um Reinigung und Energieversorgung von Kirchengebäuden, um Feste der Pfarre. Die Umweltbeauftrage empfiehlt allerdings, ein Thema auszuwählen, um Überforderung zu vermeiden. Hilfreich ist es, wenn die Umwelt-Pfarrgemeinderäte vom Pfarrer unterstützt werden.
Ein großes Anliegen ist es Hemma Opis-Pieber, dass nicht nur auf die eigene Pfarre geschaut wird. In öffentlichen Vorträgen sollen die Menschen für die Dringlichkeit des verantwortungsbewussten Umgangs mit der Schöpfung sensibilisiert werden. Es geht um Zusammenarbeit mit der Gemeinde.
In den Menschen stecken so viele Talente, und die Schöpfungsbeauftragte ermutigt, ihr Ideen und Vorschläge zu übermitteln: Bischofplatz 4, 8010 Graz, Tel. (0 31 6) 80 41-377.

Was die Bewahrung der Schöpfung betrifft, ist es seit 2004 möglich, einen Teil des eigenen Kirchenbeitrags diesem Zweck zu widmen. Damit wird die Arbeit des „Arbeitskreises Nachhaltigkeit" der KA und der diözesanen Umweltbeauftragten unterstützt. Seit 2005 gibt es die erfolgreiche Initiative Autofasten, am Projekt „erneuerbare Energie" haben sich 2005/06 in der Steiermark 96 Pfarren beteiligt. Ein neues Projekt für 2007/08 will zu einer „schöpfungsfreundlichen Gestaltung des Pfarrfestes" bewegen, das ja eine „Visitenkarte der Kirche" ist, also zu „natürlichem Feiern", so Opis-Pieber. Es geht dabei nicht nur um mehr Genuss durch Qualität (Lebensmittel von Bauern der Region, Produkte aus fairem Handel), sondern auch um das Vermeiden von Abfall.
Sehr hilfreich für die Pfarren ist eine Checkliste des AK Nachhaltigkeit zur „gelebten Schöpfungsverantwortung", also für „Anliegen, die uns am Herzen liegen." Sie dient der eigenen Gewissenserforschung.
Mag. Dieter Kurz lud zum „Sonnengebet" ein, einem Gebärdengebet, bei dem das Herz mit dabei ist. Er plädiert für diese „geerdete Form des Gebetes", da Worte oft nur im Kopf sind. Überdies berichtete er über eine Untersuchung in Hausmannstätten im Zusammenhang mit der Gefährdung der Gesundheit durch die Mobilfunkanlage.
Frederik Frans Mellak, hauptberuflich Märchenerzähler, betonte, „wir brauchen die Natur, um seelisch nicht zu verkümmern". Sie ist eine Kraftquelle, nur haben viele verlernt, sie zu nutzen. Das (gemeinsame) Anschauen eines Baumes wirke „energetisch aufladend", ebenso das Hören von Geschichten, von Poesie. Man müsse nicht irgendwohin fliegen, „wir haben alles in der Nähe".
Um eine Vernetzung in der Pfarre zu erreichen, regte Sylvia Blaser an, einen Umweltstammtisch zu gründen. Mag. Barbara Hauszer machte bewusst, dass biologische Lebensmittel nicht nur gesünder sind, sondern auch besser schmecken.
Cornelia Schweiner (Welthaus) ermunterte, Schöpfungsverantwortung global zu sehen. Im Hinblick auf die Klimaprobleme regte Dipl.-Ing. Franz Kaindl zum Energiesparen an, zur Nutzung von Restwärme, zum Umrüsten auf erneuerbare Energie. Bernhard Leopold schlug vor, angesichts viel unnötigen Verkehrs zu überlegen, ob man mit dem Auto fahren muss, Fahrgemeinschaften zu organisieren und auf Fernurlaube zu verzichten.

autor: dietlinde behounek, sonntagsblatt

Protokolle und Anhänge:

Protokoll Allgemein

Berichte aus den Pfarren

AK Schöpfungsverantwortung Dechantskirchen

Kerzen aus Stearin

Meditationsangebote

SOL-Kalender 2008: Thema "Solidarität" - ökumenisch, schön gestaltet, zu bestellen unter www.nachhaltig.at 

 

 

 


 
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