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Qualifizierung gefordert durch Pflegenotstand und hohe Altersquote

Dipl.-Ing. Sabine Pelzmann-Knafl, Präsidentin der Katholischen Aktion in der Steiermark, fordert von der künftigen Regierung neue qualifizierte Inhalte für lebenslanges Lernen

FAKTEN:

  • 2030 wird jeder 3-te Steirer über 60 Jahre alte sein
  • derzeit lebt schon fast jeder 4-te Steirer über 60 alleine im Haushalt
  • nach Expertenschätzungen ist fast jeder 4-te über 60 Jahre und jeder 2-te über 80 Jahre hilfs- oder pflegebedürft
  • rund 70% der zu pflegenden Menschen werden von Angehörigen betreut

FORDERUNGEN:

  • es braucht Qualifizierung und Unterstützung für pflegende Angehörige, damit diese gut in die Pflegetätigkeit hineinwachsen können und nicht ‑ durch körperliche und psychische Belastung ‑ die Pflegebedürftigen von morgen werden
  • Bewusstseinsbildung für gewünschte Formen des Zusammenlebens im Alter schon früh in der Erwachsenenbildung (ab 40 Jahren) forcieren
  • Bildungsorganisationen sind gefordert Bewusstseinsbildung in ihr Bildungsprogramm zu integrieren, um die Menschen ab dem Alter von ca. 50 Jahren bei ihrer Entscheidung zu unterstützen. Diese sollten qualifiziert werden, alternative Lebens- und Wohnformen selbst aktiv gestalten zu können
  • Hilflosigkeit und Abhängigkeit dürfen keine Tabuthemen sein:
    Grundausbildungs- und Erwachsenenbildungsthemen zum Thema Alter und Hilflosigkeit sollten zunehmen, weil die Gesellschaft Selbstverantwortung voraussetzt.
  • Unterstützungsstrukturen sollten gebildet werden, um Menschen in Pflege- und Psychosozialen Berufen zu entlasten und vor dem Burn-Out-Syndrom zu schützen
  • Eine gute Lösung wäre möglicherweise, Langzeitarbeitslose in ihrer Sozialkompetenz zu stärken und für Pflegeberufe zu qualifizieren und sie teilweise zu Pflegetätigkeiten zu verpflichten
  • Pflege gänzlich ohne ausländisches Personal nicht vorstellbar: Themen der Integration müssen in Grundausbildungen und Erwachsenenbildungen massiv aufgenommen werden. Das Bewusstsein für Integration muss früh, am besten schon im Volksschulalter, angelegt werden. Dadurch wird ausländisches Pflegepersonal in der Gesellschaft eine höhere Akzeptanz erhalten
  • Qualifizierung in Gesundheitsfragen (z.B. Ernährung, Vorsorge, Mobilitätserhalt,…) sollte unter anderem sowohl in der Grund-, Erwachsenen- sowie in der Organisationsausbildung forciert werden

 
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