Allerseelen am 2. November
Zu Allerseelen denken katholische Christen an alle Verstorbenen ("alle Seelen") und vertrauen sie im Gebet und in der Feier der Eucharistie der Barmherzigkeit Gottes an.
Der Allerseelentag wurde im Jahre 998 von Abt Odilo in Cluny eingeführt und zuerst nur in Klöstern, bald aber auch in vielen anderen Gemeinschaften begangen. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts ist er auch in Rom nachweisbar.
Katholischer Glaube sagt: Menschen, die mit Gott versöhnt aus dem Leben scheiden, aber noch mit manch Bösem behaftet sind, bedürfen der Läuterung (lat. purgatorium), ehe sie ganz mit Gott vereinigt werden können. Die Gläubigen auf Erden dürfen den Verstorbenen auf diesem Weg zur Vollendung durch ihr Gebet und Taten der Liebe helfen. "Die Liebe hört niemals auf", schreibt der Apostel Paulus (1 Kor 13,8). So vermag auch die Grenze des Todes die helfende und heilende Kraft der Liebe nicht aufzuhalten. Gott freut sich an der Liebe der Lebenden und lässt sie den Verstorbenen zu Gute kommen.
"Schenk jedem Lebenden deine Gabe und auch dem Toten versag deine Liebe nicht." (Jesus Sirach 7,33)
Imanchen Jahrhunderten malten sich Christen den Vorgang der Läuterung recht phantasievoll aus (z. B. ängstlich wartende Seelen in einem höllenähnlichen Feuer). Solche zeitbedingten, obstrusen und mitunter auch schädlichen Vorstellungen, die auch in die religiöse Kunst Eingang gefunden haben, gehören nicht zum Wesen des katholischen Glaubens.
Es ist Brauch, in den Tagen vor Allerheiligen und Allerseelen die Gräber mit Blumen zu schmücken. Lichter auf den Gräbern sollen Ausdruck der Liebe un des Gebetes für die Verstorbenen sein:
"Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden. Amen."

|