Fastenzeit

Die Fastenzeit ist die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest. Deshalb wird sie auch "österliche Bußzeit" genannt. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Sonnenuntergang am Karsamstag. Sie dauert 40 Tage (Quadragesima), wenn man die Sonntage, die vom Fasten ausgenommen sind, nicht mitzählt.
Aschermittwoch
Der Aschermittwoch hat seinen Namen von dem liturgischen Brauch, den Gläubigen an diesem Tag mit geweihter Asche ein Kreuz auf das Haupt zu zeichnen. Asche ist seit Alters her Symbol der Vergänglichkeit, aber auch der Reinigung und Erneuerung. Die für die Liturgie verwendete Asche wird durch Verbrennen von Zweigen, die am Palmsonntag des Vorjahres gesegnet worden sind, hergestellt.
Die Zahl 40 erinnert an die 40 Tage, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste gefastet hat, und an die 40 Jahre, die das Volk Israel nach seinem Auszug aus der Sklaverei Ägyptens durch die Wüste gewandert ist. Diese Zeiten der Wüste (Entbehrung) waren Zeiten der Versuchung, aber auch der Gnade und Bewährung.
Fasten
Heute ist die Art und Weise des Fastens weitgehend der Entscheidung des einzelnen Christen überlassen. In früheren Jahrhunderten verzichtete man in dieser Zeit kollektiv auf Fleisch und alle tierischen Produkte (Milch, Butter, Käse, Eier). Römisch-katholische Christen sind gegenwärtig nur noch an zwei Tagen, am Aschermittwoch und Krafreitag, zu "strengem" Fasten (kein Fleischgenuss und nur eine Sättigung am Tag!) verpflichtet. Minderjährige, Alte (über 59 J.) und Kranke sind von der strengen Fastenpflicht ausgenommen, sollen aber wenigstens an diesen beiden Tagen keine Fleischspeisen zu sich nehmen.
Durch freiwilligen Verzicht auf Überflüssiges, durch Beschränkung auf das Wesentliche, durch Gebet und spürbare Taten der Nächstenliebe, durch die Sakramente der Versöhnung (Buße) und Eucharistie sollen sich alle Gläubigen in der Fastrenzeit wieder ganz Gott zuwenden, damit sie das österliche Geheimnis von Tod und Auferstehung immer tiefer verstehen und für ihr Leben fruchtbar machen können.
Karwoche
Die Fastenzeit mündet in die Karwoche, die mit dem Palmsonntag (Segnung der Palmzeige in Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem, Hören der Leidensgeschichte) eröffnet wird. Die Liturgie der großen heiligen Tage (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Osternacht) lädt die Mitfeiernden ein, im Gekreuzigten und Auferstandenen den Sinn der Welt und des eigenen Lebens zu erkennen.
kv/mj

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