St. Nikolaus - 6. Dezember
Geschichte
Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in Lykien (in der heutigen Türkei), wurde Bischof von Myra und nahm im Jahr 325 am ersten Konzil von Nizäa (heute Iznik) teil. Er starb um das Jahr 350, vermutlich an einem 6. Dezember, und wurde in Myra begraben. 1087 raubten Seeleute seine Gebeine unter dem Vorwand, sie vor den Muslimen in Sicherheit zu bringen, und überführten sie in das italienische Bari, von wo aus sich die Nikaulausverehrung im Abendland rasch verbreitete. Sowohl in der katholischen als auch in der orthodoxen Kirche (besonders in Russland!) erfreut sich Nikolaus größter Beliebtheit. In Griechenland wurde er sogar als "Hyperhagois" (Superheiliger) bezeichnet.
In unserer Diözese gibt es Nikolauskirchen z. B. in Assach, Judenburg, St. Nikolai im Sausal, St.Nikolai im Sölktal und St. Nikolai ob Draßling. Dargestellt wird Nikolaus als Bischof mit drei goldenen Kugeln. Das hängt mit einer Legende zusammen:
Eine Nikolaus-Legende
In Myra lebte ein rechtschaffener Mann, der drei Töchter hatte. Der Mann war krank, seine Frau gestorben und die finanzielle Lage der Familie war trist. Da sich der arme Mann schämte, über seine Situation zu reden, schlug sich die Familie mehr schlecht als recht durch und musste Hunger leiden. Als die Not immer schlimmer wurde, dachte der Mann in seiner Verzweiflung daran, seine Töchter auf die Straße zu schicken, wo sie Freiern gegen Geld ihre "Liebesdienste" anbieten könnten. Davon hörte der Bischof von Myra, der heilige Nikolaus. Er schlich sich im Dunkel der Nacht unerkannt zum Haus des unglücklichen Mannes und warf drei Goldkugeln (oder drei Goldstücke) durch das offene Fenster. Damit war die Not des Mannes beseitigt und jede der drei Töchter hatte genug Mitgift, um einen ehrlichen und anständigen Mann heiraten zu können.
Brauchtum
Nikolaus wurde seit dem Mittelalter im Abendland als Patron der Schüler und Studenten verehrt. In diesen Kreisen entstand auch der Brauch, sich als Bischof zu verkleiden und am Nikolaustag Geschenke zu verteilen. Der Krampus hat ursprünglich mit dem Nikolaus nichts zu tun, sondern wurde im alpenländischen Brauchtum dem heiligen Bischof als unheiliger Geselle zur Seite gestellt.
In protestantischen Gebieten wurde als Folge der Reformation, die gegen die Heiligenverehrung polemisierte, das Beschenken vom Nikolausfest auf Weihnachten verschoben. Die Gestalt des Nikolaus wandelte sich zum "neutralen" märchenhaften Weihnachtsmann. Aus dem niederländischen Sinterklaas wurde in Amerika dann der für kommerzielle Zwecke bestens geeignte Santa Claus, der seine Bischofsmütze längst gegen eine rote Zipfelmütze eingetauscht hat und keine religiöse Bedeutung mehr hat.
mj/kv
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