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Die nachfolgenden Beispiele sind nur einige der von der DKL und ihren Gutachtern betreuten Projekte zur liturgischen Neuordnung von Kirchenräumen und zu Kirchenrestaurierungen.
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Irdning, Pfarrkirche Ein Fisch auf dem Altar
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St. Erhard in der Breitenau, Pfarrkirche Verdichtung in Farb- und Lichtstrukturen
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Breitegg, Kalvarienbergkirche Die Rettung eines Kleinods |
Irdning, Pfarrkirche Ein Fisch auf dem Altar. Altarweihe in Irdning Erwin Löschberger
Die Pfarrkirche Irdning ist Zeugin einer beeindruckenden Geschichte. Als „Urpfarre“ ist sie 1140 im Urkundenregister des Stiftes Admont erstmals erwähnt. Wahrscheinlich war sie aber schon im 8. oder 9. Jahrhundert als Gutshof-Eigenkirche und Missionsmittelpunkt errichtet worden. Einzigartig ist, das ein Pfarrer von Irdning Papst wurde: Aeneas Piccolomini von Siena, bestieg am 27. August 1458 als Pius II. den päpstlichen Thron.
In unserer Zeit, in der ein Pole oder ein Deutscher Papst geworden ist, ist die Frage für Katholiken in Irdning sicher erlaubt: Wird unser nächster Pfarrer vielleicht Papst?
So vielfältig die Geschichte der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus in Irdning ist, so vielschichtig war auch die Aufgabe der Innenrenovierung, handelt es sich doch um eine in ihrem gotischen Grundriss in der Barockzeit großflächig erweiterte Kirche. Ein Holzbodenschaden im Presbyterium war der Anlass, ein Gesamtkonzept für eine Innenrenovierung zusammenzustellen.
Wird die Innenrenovierung gelingen, oder bekommen wir einen Altar, der niemanden gefällt? Das erste Altarraummodell eines Grazer Architekten bestand ganz aus Glas mit einem beleuchteten Fußboden. Eine faszinierende Vorstellung, die aber den Irdningern doch etwas zu gewagt vorkam. Auf Grund persönlicher Kontakte hat Pfarrer Dr. Riemer das Architektenehepaar aus Steyr, Karin und Hermann Proyer eingeladen, neue Entwürfe zu erstellen. Diese wurden von den Vertretern der Pfarre und der Diözese sofort positiv aufgenommen.
Der neue Altarraum wurde zu einem großzügigen Raum mit viel Platz für die Vollzüge der Liturgie. Der neue Altar wird durch seine Zartheit und nicht durch seine Massivität zum Herzstück der Kirche. Die 12 dünnen Holzstäbe tragen eine dünne Glasplatte. Kann das ein Ort sein, an dem sich Göttliches ereignet? Wenn man den Altar näher betrachtet erkennt man, wie feinfühlig gearbeitet wurde. Die Holzstäbe, durch einen Stahlstab im Kern sehr stabil konstruiert, stoßen alle in einem eigenen Winkel auf die Altarplatte. Jeder und jede von uns kann zum Träger für die Kirche werden, egal ob schief oder gerade – Christus ist es, der aus unseren Bemühungen das Reich Gottes aufbaut. Auf der Glasplatte wird durch die Haltepunkte der Stäbe das frühere Geheimzeichen der Christen, ein Fisch erkennbar: ICHTYS (griech. Fisch) bedeutet den Buchstaben nach: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser (Jesus Christus, Theou, Uios, Soter). Das ist eines der ersten bildhaften Glaubensbekenntnisse der Christen. In unserer Zeit hat jede Firma ihr Logo, ihr Zeichen. Dass wir Christen den Fisch neben dem Kreuz als unser Zeichen sehen können hat nicht nur mit den Buchstaben etwas zu tun, sondern auch mit der Taufe: Wie die Fische im Wasser leben, leben wir auch aus dem Wasser der Taufe. Wenn wir in Christus bleiben, bleiben wir lebendig.
Die Bedeutung der Taufe als Grundsakrament der Christen wurde durch die Wiedergewinnung des Eingangsbereiches von Irdning eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Zuerst musste der Boden auf sein ursprüngliches Niveau wieder ausgegraben werden. So konnte dieser gotische Gewölberaum als herrlicher Taufraum wieder in seinen ursprünglichen Proportionen nutzbar gemacht werden. Heute kann die Taufe im ältesten Teil der Irdninger Kirche wieder gefeiert werden und das gotische Portal bei großen Einzügen wieder durchschritten werden. Am 16. Oktober wurde dieses Portal bei der Altarweihe vom Bischof und der Pfarrgemeinde wieder geöffnet. So ist der Weg wieder frei um durch das Tor unserer christlichen Geschichte zu schreiten und im Raum des Glaubens Tod und Auferstehung Jesu Christi zu feiern. Den vielen freiwilligen Helfern und Spendern aus Irdning sei für das Gelingen dieses großartigen Werkes gedankt.
St. Erhard in der Breitenau, Pfarrkirche Verdichtung in Farb- und Lichtstrukturen Ein neue liturgische Mitte in der Wallfahrtskirche St. Erhard in der Breitenau Alois Kölbl
Die Wurzeln der Erhardikirche in der Breitenau reichen weit in mittelalterliche Zeit zurück. Wahrscheinlich zunächst in romanischer Gestalt auf einem Felsvorsprung über einer Heilquelle errichtet, wurde sie in der Gotik ausgebaut und in der Barockzeit nach neuerlichen Erweiterungen mit einer prächtigen Einrichtung versehen. Mit sparsamen Mitteln hat die in Bruck an der Mur geborene Künstlerin Sabina Hörtner in einer sensiblen, in Jahrhunderten gewachsenen, organischen Raumsituation ein neues liturgischen Zentrum nach den Erfordernissen der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils geschaffen.
Die Künstlerin, die schon wiederholt durch ihre reduziert-einfachen, aber wohldurchdachten und deswegen nie simplen Rauminterventionen in internationalen Kontexten auf sich aufmerksam machen konnte, war spontan fasziniert von der Leuchtkraft der gotischen Glasmalereien im Presbyterium der Kirche. So filterte sie aus dem Überschwang der Formen, dem prachtvollen Miteinander eines gotischen Raumes mit barocker Einrichtung und mittelalterlichen Glasfenstern behutsam 2 Elemente heraus: Farbe und Licht.
Farbbänder in den liturgischen Farben das Kirchenjahres werden appliziert auf Glas durch natürliches Licht zum Leuchten gebracht; Altar und Ambo sind autonome kubische Skulpturen, die aber in eine subtile Zwiesprache mit dem historischen Kirchenraum und seiner Einrichtung treten. Die Künstlerin strebte vor allem Transparenz und Leichtigkeit in ihren zu einem vorhandenen organischen Konglomerat an Farben, Formen und Materialien hinzutretenden Raumskulpturen an. Im Sockel aus Nussholz, der das Material des barocken Gestühls aufnimmt, ist sichtbar hinter Glas das Reliquiar eingelassen. Durch einfühlsame Proportionierung und Positionierung von Altar, Ambo und Sessio konnte auch die nicht in der Längsachse platzierte barocke Erhardisäule ohne Veränderung ins neue liturgische Zentrum behutsam integriert werden.
Im Miteinander der Farben des Kirchenjahres schreibt Sabina Hörtner die liturgischen Orte in das Kontinuum des Zeitlaufes ein. Die Farbstreifen zeigen aber nicht nur Nebeneinander und Abfolge, sondern im Überkreuzen der Farbbänder an der Oberseite der Kuben auch Verdichtung und Konzentration. In der Kreuzstruktur und im Zeichen des Kreuzes, das hier anklingt, zeigt sich für die, die es im Glauben zu fassen vermögen, das Geheimnis der Schöpfung, in die das Kreuz von Anfang an eingeschrieben ist: am Tisch des Wortes als Verweis auf den präexististenten Logos, Gottes Schöpferwort, in dem sich vor jedem menschlichen Sprechen Gottes Liebe zum Schöpfungsganzen erwiesen hat, und am Tisch des Brotes, wo sich im gemeinsamen Mahl, die am Holz des Kreuzes entäußerte Liebe vergegenwärtigt. Altar und Ambo werden so zu Zeichen von tiefgründiger, leuchtender Heiterkeit in einem Kirchraum, der in den Glasmalereien, den Altarbildern und Statuen die Glaubensgeschichte von Jahrhunderten abbildet.
Breitegg, Kalvarienbergkirche
Auf besondere Initiative der Bevölkerung wird derzeit die Innenrestaurierung der Kalvarienbergkirche in Breitegg, Pfarre St. Ruprecht an der Raab betrieben. Die DKL unterstützt durch gezielte Beratung, um dieses im Stil des Historismus einheitlich vorhandene Kleinod weiter zu erhalten. Heimo Kaindl
Kunstkommission Mitglieder und Kunstgutachter
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