| In den Heiligen Schriften geht es um den Glauben. Diese grundlegende Absicht ist wichtig für ein rechtes Verständnis. Als Beispiel mag der erste “Schöpfungsbericht“ im ersten Kapitel des Buches Genesis dienen. Er will nicht erklären, wie die Welt entstanden ist, sondern was sie bedeutet. Sie ist Gottes Schöpfung. Sie gehört dem Menschen nicht, ist ihm aber von Gott anvertraut. Sterne, Pflanzen oder Tiere sind keine Götter, wie damals viele Religionen glaubten, sondern Geschöpfe des eines Gottes.
Um diese Botschaft zu vermitteln, überliefert das erste Buch der Bibel einen Hymnus. Er hat sieben Strophen nach dem Modell der Wochentage. Gott spricht zehnmal feierlich, und auf sein Wort hin entsteht alles. In diesem Hymnus wird die Welt so dargestellt, wie man sie sich zur damaligen Zeit vorstellte:
auf Säulen ruhend, als flache Scheibe mit einem Himmelsgewölbe darüber, an dem die Sterne befestigt sind. Wer nun meint, die Bibel wolle dieses Weltbild als richtig überliefern und wie eine Reportage erzählen, daß Gott für die Schöpfung sieben Tage gebraucht habe, legt die Bibel falsch aus. Er verwechselt die Botschaft mit der Erzählmethode. Die Methode ergibt sich logischerweise aus der Entstehungszeit (und ist übrigens sehr einprägsam). Die Botschaft ist bleibend aktuell: Gott ist Schöpfer, der Mensch ist ihm verantwortlich und hat die Erde zu behüten und nicht auszubeuten.
3. Die Bibel ist das Wort Gottes>>
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