Wer ist Jesus wirklich?
| Auferstanden?!
| Was nach Jesu Hinrichtung geschehen ist, kommt buchstäblich aus heiterem Himmel:
- ein leeres Grab, das nicht Jubel, sondern Schrecken auslöst. Da verließen sie (die Frauen) das Grab und flohen, denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt (Mk 16,8).
- es wird von Frauen entdeckt, die nach der damaligen Meinung als Zeugen nicht glaubwürdig waren: "Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht." (Lk 24,22f)
- erst durch Gott selbst, klärt sich die verwirrende Situation: "Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe." (Lk 24,23) Und: "Der Herr ist wirklich auferstanden und dem Simon erschienen." (Lk 24,34)
Paulus, zuerst ein frommer Jude, der die Christen verfolgt, dann durch die Begegnung mit Christus zum Christen geworden, bringt ungefähr 25 Jahre später in seinem ersten Brief an die Korinther (15,17-20) die Situation auf den Punkt:
"Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden... Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten erweckt worden als der Erste der Entschlafenen..."
|  | Es geht um uns!
| Damit macht Paulus deutlich, dass es bei allem, was wir über Jesus sagen, nicht nur um Jesus geht, sondern auch um uns und um unsere Erlösung. Erlösung aber heißt: Gott ist bereit, uns zu vergeben, und er will, dass wir im Leben und Sterben Jesu seine Liebe erkennen und annehmen. Als Menschen, die von Gott geliebt sind, können wir die Liebe und die Vergebung zum entscheidenden Maßstab unseres Lebens machen. Gott ist das Heil der ganzen Welt. Nach Jahrhunderten geistiger Mühe hat die Kirche im Konzil von Chalzedon (451) ihren Glauben an Jesus Christus zusammengefasst im Bekenntnis, dass er Gott und Mensch ist. Damit sagt das Konzil etwas über Jesus Christus und auch über unser Leben:
Wenn Du auf Christus schaust, dann kannst Du sehen, wie Gott ist. So ernst ist es Gott mit seiner Liebe zu uns: Er kommt zu uns, sucht die Gemeinschaft mit uns bis in den Abgrund des Todes und der Gottferne, und er zieht sich auch nicht zurück, als er abgelehnt und hingerichtet wird. Wenn Du Dich im Glauben auf ihn einläßt, dann findest Du die Versöhnung und die Gemeinschaft mit Gott.
Wenn Du auf Christus schaust, dann siehst Du aber auch einen Menschen, der ganz von der Liebe Gottes lebt und dadurch zeigt, was Menschsein in seiner Vollendung bedeutet. Das wird auch über die Grenzen des Christentums hinaus anerkannt.
Wer Gott wirklich ernst nimmt, wie Christus ihn ernst genommen hat, der wird auch dem Menschen wirklich gerecht.
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Körner
Vergleichen Sie dazu auch: Jesus in anderen Religionen>>
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