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Sekten in der Steiermark


Entwicklungen, Trends

  1. In der Fachwelt spricht man gegenwärtig von "religiösen Gemeinschaften", um den negativ besetzten und als diskrimierend empfundenen Begriff „Sekte“ zu umgehen und zu einer differenzierteren Betrachtungsweise der Szene zu gelangen.
  2. Trotz der marginalen gesellschaftlichen Bedeutung hat sich eine Vielzahl von religiösen und weltanschaulichen Gruppen "etabliert". (Österreich: ca. 500 Gruppen)
  3. Wachsende religiöse Unverbindlichkeit, Individualismus und die gegebenen Auswahlmöglichkeiten von Religion bewirken, dass sich viele Menschen ihre eigene Religion zusammenfügen. (Synkretismus, Patchworkreligion)
  4. Etabliert haben sich auch gewisse Anschauungen der New Age Bewegung in verscheidenen Ausprägungen der großteils offenen Szene der Esoterik. Manche sprechen von einer Esoterisierung der Gesellschaft bis in kirchliche Kreise hinein.
  5. Freidefinierte Spiritualität und vielfältige Heils- und Heilungsverheißungen von Einzelnen wie auch von Gruppen (z.B. charismatisch pfingstlerische Gruppen, Bruno Gröning Freundeskreis) finden beachtlichen Anklang.
  6. Nicht zuletzt sind auch fundamentalistische Tendenzen in verschiedenen religiösen Gruppen und Religionen bemerkbar.


Einschätzung und Umgang

Die „Sekten“ oder „religiösen Bewegungen und Gruppen“ stellen keine existentielle Bedrohung für Gesellschaft und Kirche dar. Im Hinblick auf Gefahrenpotentiale für Einzelne ist Wachsamkeit dennoch erforderlich. 
Sympathie oder gar Beitritt zu einer fremden religiösen Gruppe verursacht vor allem im Familien- und Freundeskreis Probleme und Konflikte. Richtiges Verhalten und rasches Handeln sind erforderlich. Information und Orientierung in der Vielfalt religiöser Bewegungen und weltanschaulichen Strömungen sowie Beratung und Hilfe bei belastenden Erfahrungen bietet die katholische Kirche Betroffenen diskret und kostenlos an.
In der Begegnung und Auseinandersetzung auf dem "Markt der Religionen" ist ein selbstbewusstes Auftreten von Christinnen und Christen gefordert, d.h. dialogisch, kritisch, spirituell-theologisch.

Mag. Gerhard Weber



 
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