Ehe, Familie, Partnerschaft
Familie in der heute idealisierten Form gibt es noch nicht so lange.
Früher standen Einkommens- und Altersversorgung im Vordergrund, während
heute die Gefühlsbindung ausschlaggebend für das Eingehen einer
Partnerschaft bzw. einer Ehe ist. Auch die Formen des Familienlebens
wandeln sich ständig.
Heute wird Familie als Ort der Erholung, der Selbstentfaltung, der
Erziehung der Kinder, der Geborgenheit, der Freizeit gewünscht. Die
vielfach erhoffte Beständigkeit der Beziehung und der Familie kann -
ohne bewußtes Zutun - nicht mehr als selbstverständlich angenommen
werden.
Stimmen Sie mit uns überein, daß
- Ehe und Familie nicht idealisiert werden sollen, sondern der konkreten Hilfe zur Alltagsbewältigung bedürfen;
- Gründe und Lösungsmöglichkeiten erkannt bzw. dafür gesucht werden
sollten, daß Österreich mit 1,4 Kindern pro Frau die drittniedrigste
Geburtenrate der Welt hat;
- den 274.000 Alleinerziehern mit 400.000 Kindern mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden müssen;
- den Ursachen für die übermäßig hohe Scheidungsrate (im Schnitt jede 3. Ehe) nachzugehen ist;
- eine Abstimmung der verschiedenen Lebenswelten "Beruf",
"Freizeit", und "Familie" durch flexible Arbeitszeiten für Männer und
Frauen notwendig ist;
- bereits Kinder Vorbilder für eine partnerschaftliche,
gleichberechtigte Beziehung zwischen Männern und Frauen brauchen, damit
ihnen später selbst "Familie" gelingt;
- viel mehr Hilfen zur Konfliktbewältigung notwendig sind;
- Frauen vielfach noch immer Opfer von Gewalt in der Familie sind;
- es gerade Frauen schwerfällt, das Tabu von Gewalt in Beziehungen zu brechen;
- Männer meist ihre Gefühle zu wenig zeigen können?
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